Altes Denken im modernen Gewand
Antisemitismus im Rahmen der „Erlebniswelt Rechtsextremismus“
Referent: Dr. Thomas Pfeiffer (Düsseldorf/Bochum)Donnerstag 13. März 2008 19:30 Uhr
Das Gesicht des Rechtsextremismus in Deutschland hat sich verändert. Das Erscheinungsbild und die Aktionsformen der Szene sind häufig keineswegs altbacken oder ewiggestrig – vielmehr spricht ein modernisierter Rechtsextremismus die Symbolsprache des 21. Jahrhunderts: Rockmusik ist zum Instrument der Propaganda geworden, Volksverhetzung taucht nicht selten in modernem Web-Design auf, neue Symbole und Codes schweißen zusammen, Action wird groß geschrieben. Auf diese Weise ist eine „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ entstanden, in der Unterhaltung und politische Botschaften verschmelzen.
Der Antisemitismus zählt zu den ideologischen Konstanten in den Veränderungsprozessen des Rechtsextremismus. Juden als Feindbild sind allgegenwärtig: auf CD-Covern, in Liedern rechtsextremistischer Bands, auf Internetseiten, in Zeichen und Chiffren der Szene. So ist das Kürzel ZOG (Zionist Occupied Government) zum internationalen Szene-Code für altbekannte Verschwörungstheorien geworden.
Dr. Thomas Pfeiffer ist Politikwissenschaftler und seit 2002 wissenschaftlicher Referent im Innenministerium NRW (Abt. Verfassungsschutz). Seine Arbeits- und Themenschwerpunkte: Aufklärungsarbeit an Schulen, Rechtsextremismus und (neue) Medien, Neue Rechte, rechtsextremistische Musik.
Kooperationsveranstaltung mit der Volkshochschule Dorsten
Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Westfalen
Gebühr: 5 € (für alle)
Verfasst von AYC-Marl Team